plastikfreies Zero Waste Badezimmer

12 Tipps für dein plastikfreies Zero Waste Badezimmer

Ein plastikfreies Zero Waste Badezimmer ist seit sehr langer Zeit mein großer Wunsch. Der Grund dahinter ist nicht nur, dass ich generell Plastik aus unserem Haushalt verbanne, sondern alles aus dem Haus verbannen möchte, was hormonell wirksame, allergieauslösende sowie potenziell krebserregende Inhaltsstoffe enthält. Aber wie das manchmal so ist, es braucht seine Zeit. 😉

Unser Umstieg zu einem plastikfreien Zero Waste Badezimmer war für mich der logische nächste Schritt in meiner persönlichen Reihe „unser Zuhause nachhaltiger, minimalistischer und plastikfreier“ zu machen. Nachdem ich in der Küche Plastik beseitigt, die Kinderzimmer minimalistisch und plastikfrei eingerichtet sowie mein Waschverhalten grundlegend geändert hatte, knöpfte ich mir als nächstes das Badezimmer vor.

Eines vorweg: Es war ein langer, sehr langer Weg, bis unser Badezimmer plastikfrei war. Und noch länger war er, bis wir nun nahezu Zero Waste im Badezimmer sind. Ein Grund war, dass meine schwäbische Ader zum Vorschein kam. Sprich, erstmal aufbrauchen, nichts wegwerfen und vor allem: Nichts neues kaufen und wenn doch, dann plastikfrei und bestenfalls Zero Waste. (Was an sich total bescheuert war, da wir noch Monate hormonell wirksame, allergieauslösende sowie potenziell krebserregende Inhaltsstoffe auf unsere Haut schmierten).

Ein anderer Grund war, dass ich nach und nach unsere Produkte reduzierte. Die wenigen Produkte, die wir wirklich brauchen, ersetzte ich dann Schritt für Schritt durch nachhaltige und plastikfreie Alternativen. Und das dauerte knapp eineinhalb Jahre.

Unser Weg zum plastikfreien Zero Waste Badezimmer

Zero Waste bedeutet für mich nicht nur, weniger Müll zu produzieren, sondern generell weniger zu konsumieren. Wir kaufen nur noch Dinge, die wir wirklich brauchen – und keine Dinge mehr, bei denen wir denken, wir würden sie jetzt gerade in diesem Augenblick brauchen. Und wenn etwas fehlt, schaue ich erstmal, ob ich sie nicht selbst herstellen kann. Aus Dingen, die wir sowieso schon zuhause haben.

Nun muss ich der Ehrlichkeit halber ja zugeben: So ein 100%-iges, plastikfreies Zero Waste Badezimmer haben wir noch nicht. Wir nutzen nach wie vor Toilettenpapier. Manche gekauften Artikel sind in Papier oder Plastik verpackt. Der Dinkelpapa hat eine Elektro-Zahnbürste und einen elektrischen Rasierer. Doch die Menge an Müll, die nun innerhalb eines Monats anfällt, ist mittlerweile extrem gering.

Seitdem wir nun unsere komplette Produktpalette umgestellt haben – plastikfrei, weitestgehend unverpackt, frei von schlechten Substanzen und ohne Mikroplastik – hat sich so einiges geändert. Was mir besonders auffällt, ist, dass wir mit extrem wenigen Produkten auskommen. Außerdem sind die Produkte deutlich ergiebiger. Wir sparen damit also auch noch Geld, was mich Sparfuchs doppelt freut. 😉

Meine 12 Tipps, für dein plastikfreies Zero Waste Badezimmer

#1 Seife statt Duschgel und Flüssigseife

Eine kleine Veränderung mit großer Wirkung. Ich kenne das noch von früher, dass die Seifenstücke im Badezimmer bei meiner Oma lagen. Jetzt sind sie auch bei uns wieder eingezogen und fester Bestandteil unseres Alltags geworden. Seifenstücke bekommst du nicht nur im Drogeriemarkt, sondern auch in Unverpackt-Läden und kleineren Manufakturen – oftmals ganz ohne Verpackung oder nur im Karton verpackt. Ein weiterer schöner Nebeneffekt: Die Seifenstücke in ihren Säckchen oder kleinen Schalen sehen auch noch viel hübscher aus, als die Plastikverpackungen.

nachhaltiges und plastikfreies Zero Waste Badezimmer

#2 Haarseife oder festes Shampoo statt Shampoo in der Tube

Am Anfang war es eine kleine Umstellung, sowohl für mich, als auch meine Haare. Ich sah erst struppig, dann fettig aus. 😀 Nach einigen Haarwäschen gewöhnt sich das Haar und die Kopfhaut daran, nicht mehr mit Chemie vollgesogen zu werden und das Haar sieht wieder „normal“ aus. Ganz nebenbei ist das zierliche Seifenstückchen extrem ergiebig und hält bei mir bis zu 6 Monaten.

Festes Shampoo besitzt übrigens die selben Eigenschaften wie herkömmliches Shampoo. Es ist nur fest. Bei Haarseifen handelt es sich um ein durch Verseifung hergestelltes Produkt. Sie enthält weniger Fett als herkömmliche Seifen, dafür jedoch mehr rückfettende Substanzen.

#3 Selbstgemachte Haarspülung statt Conditioner

Wenn deine Haare ab und zu etwas mehr Pflege benötigen, kannst du deine Haarspülung super einfach selbst herstellen. Ich verwende entweder eine Apfelessig-Spülung oder eine Kamillentee-Spülung. Beides ist ruckzuck hergestellt, riecht im Nachhinein nicht unangenehm und pflegt die Haare auf natürliche Weise.

#4 Zahnbürste aus Bambus

Die ersten Male war das Abenteuer Bambus-Zahnbürste etwas gewöhnungsbedürftig. Es schmeckte einfach ein bisschen nach Holz. Auch die Borsten sind anders als bei Plastikzahnbürsten. Wenn du dich an das neue Putzgefühl jedoch gewöhnt hast, putzt es sich hervorragend. Damit wir die Zahnbürsten irgendwie auseinander halten können, hat nun jeder sein eigenes Tierchen auf der Zahnbürste. Der Dinkelpapa hat übrigens noch seine elektrische Zahnbürste mit austauschbaren Köpfen. Das macht zwar wieder Müll und ist Plastik, aber deutlich weniger als bei herkömmlichen Zahnbürsten. Das habe ich dann gerade nochmal durchgehen lassen 😀

nachhaltiges und plastikfreies Zero Waste Badezimmer

#5 Zahnpasta-Tabletten

Zahnpasta-Tabletten bedeuteten für uns tatsächlich die größte Umstellung. Das war schon extrem gewöhnungsbedürftig, dieses Gekaue auf den Tabletten, das etwas unschaumige, pelzige Gefühl im Mund. Aber: Sie sind in Papier verpackt, sehr ergiebig und funktionieren genauso gut wie herkömmliche Zahnpasta. Allerdings empfehle ich sie dir nicht, wenn du Zahnfleischprobleme hast, oder generell Zahnprobleme. Wenn die Tabletten nichts für dich sind, gibt es übrigens „grüne“ Zahnpasta in Recyclingtuben und Öko-Paste 😉 Das macht dann zwar wieder Müll, aber sie ist aus nachhaltiger Herstellung, vegan und ohne Tierversuche.

#6 Körperbutter oder Pflegöl statt Creme

Handcreme, Fußcreme, Gesichtscreme und Körpercreme kannst du durch ein Produkt ersetzen. Körperbutter pflegt die Haut, duftet wunderbar und kommt, im Gegensatz zu vielen handelsüblichen Produkten, ganz ohne Mikroplastik aus. Und selbstverständlich ohne Plastikverpackung. Außerdem kannst du sie mit wenigen Zutaten selbst herstellen. Als Alternative kannst du auch reines Öl – ich liebe Mandelöl und kann dir dieses empfehlen* – verwenden.

#7 Waschbare Abschminkpads aus Baumwolle

Ich schminke mich tatsächlich sehr, sehr selten. Im Alltag an sich gar nicht. Eigentlich gefällt es mir, aber seit knapp drei Jahren ist meine morgendliche Badzeit auf 3 Minuten degradiert worden, da bin ich froh, wenn ich überhaupt gesellschaftsfähig aussehe. 😀 Ob du dich nun oft oder kaum schminkst, zum Abschminken kannst du statt Wegwerfpads waschbare Abschminkpads aus Baumwolle verwenden. Ich sammle die benutzten Pads in einem kleinen Wäschesäckchen und wasche sie dann bei der nächsten Windelwäsche einfach mit. Ich kann dir übrigens diese Abschminkpads aus Baumwolle empfehlen*.

#8 Öl und Wasser zum Abschminken

Statt fertiger Abschminkflüssigkeit in Plastikflaschen kannst du zum Abschminken ganz einfach Wasser auf deine Abschminkpads aus Baumwolle geben. Das reinigt problemlos bei wasserlöslicher Schminke. Bei wasserfester Schminke kannst du Babyöl verwenden.

#9 Selbstgemachte, waschbare Feuchttücher

Feuchttücher benutze ich nicht nur für den kleinen Popo unserer zweiten Löwentochter, sondern gerne auch mal zwischendurch für mich und die große Löwentochter. Statt fertiger Feuchttücher mit jeder Menge chemischer Inhaltsstoffe, mache ich diese seit zwei Jahren ganz einfach selbst. Sie sind waschbar und produzieren somit keinen Müll. Mein Rezept habe ich dir hier verbloggt.

Wiederverwendbare Feuchttuecher selber machen

#10 Badesalz statt Badezusätze in Plastik

Zum Glück gibt es immer mehr Badezusätze in Glasflaschen zu kaufen. Die Flaschen kannst du später wunderbar als Vasen weiterverwenden. Ich habe vor einiger Zeit Badesalz im Karton gekauft und mit Rosmarin aus dem Garten aromatisiert. Wenn du gar keinen Müll haben möchtest, kannst du zum Beispiel auf Badebomben im Unverpackt-Laden zurückgreifen, oder auch hier feste Seife verwenden.

#11 Rasierseife statt Schaum oder Gel aus der „Sprühflasche“

Da ich sehr empfindliche Haut habe, ist eine Trockenrasur undenkbar. Eine tolle Alternative zu diesen Gelen und Schäumen aus der „Sprühflasche“ sind Rasierseifen. Einfach mit Wasser anfeuchten, auftragen und wie gewohnt rasieren. Die gibt es übrigens mit männlichem und weiblichem Duft 😉 Oder parfümfrei – was mir am Liebsten ist.

#12 Recycling-Toilettenpapier oder Po-Dusche

Der letzte Punkt auf meiner Liste für dein plastikfreies Zero Waste Badezimmer ist der wohl kritischste. Zumindest bei uns zuhause. Das Toilettenpapier wegrationalisieren? Das sehen nicht alle ein. Recycling-Toilettenpapier kam allerdings auch nicht sooo besonders gut an. Es ist doch deutlich härter am zarten Popöchen 😉 Eine Alternative ist eine Po-Dusche. Dazu kann ich dir allerdings noch nicht viel sagen, da wir sie noch nicht getestet haben (folgt aber).

Welche Tipps hast du noch für ein plastikfreies Zero Waste Badezimmer? Und welche haben dir besonders gefallen?


Hinweis: Dieser Artikel enthält Werbung zu Produkten oder auch Werbe-Links zu Produkten (erkennst Du am * hinter dem Link), die ich nutze und liebe. Ich wurde nicht dafür bezahlt, sie einzubinden! (Und auch nicht mit Erdbeeren bestochen. Leider.)


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