Plastik Gesundheit

Wie schlecht ist Plastik für unsere Gesundheit wirklich?

Plastik ist praktisch, vielseitig und bunt. Plastik hat wunderbare Eigenschaften. Plastik ist überall und seit kurzer Zeit heiß diskutiert in den Medien. Das Material, das einst in den höchsten Tönen gelobt wurde und in Rekordzeit unser Leben überschwemmte, wird nun an den Pranger gestellt. Zu umwelt- und gesundheitsschädlich sei es und alles andere als nachhaltig. Doch wie schlecht ist Plastik wirklich für uns und unsere Gesundheit? Und wie können du und ich damit leben?

Ich schreibe es nur ungern. Aber, wenn du dich ein bisschen intensiver mit dem Thema „leben ohne Plastik“ auseinandersetzt, wird es dir mulmig. Und du wirst ganz schnell vor einem unüberwindbaren Berg stehen. Eines vorweg: Mir geht es nicht darum, dir Angst zu machen, mit gehobenem Zeigefinger Plastik anzuprangern, oder gar als Moralapostel rüberzukommen. Mir geht es darum, dich auf so ein paar Dinge in Zusammenhang mit diesem Material aufmerksam zu machen. Dich zu sensibilisieren und dich zum Nachdenken anzuregen.

Dass Plastik unsere Weltmeere verschmutzt, Fische elendig sterben und wir zu den Exportweltmeistern von Plastikmüll gehören, ist mittlerweile den allermeisten bekannt. Dass Plastikmüll ein ziemlich großes Problem ist, ist spätestens seit einigen tollen Dokumentationen nichts Neues mehr.

Was mir nicht bekannt war, ist, dass die Verschmutzung von Böden und Binnengewässern zwischen vier- und 23-mal so hoch ist wie im Meer (siehe Plastikatlas 2019). Und was auch weniger bekannt ist, ist, dass von Plastik viele gesundheitliche Risiken ausgehen, da chemische Zusatzstoffe bei der Herstellung verwendet werden, bei denen man eigentlich weiß, dass sie gesundheitsschädlich sind. Ganz schön blöd, ne?

Wo Plastik überall versteckt ist

Seitdem ich mich verstärkt mit diesem eigentlich großartigen Material beschäftige, ist mir eines klar geworden: Plastik ist heutzutage einfach überall. Es ist nicht nur darin, wo es ganz offensichtlich ist, wie zum Beispiel in Plastikdosen und Verpackungen. Sondern auch in Kleidung, Spielzeug, Möbeln, Kosmetik, Geräten, Verkehrsmitteln, Baumaterialien und in vielen weiteren industriellen und landwirtschaftlichen Produkten.

Die Krux an der Sache ist, dass diese chemischen Inhaltsstoffe, die benötigt werden, um dem Material die gewünschten Eigenschaften zu verleihen, nicht nur im Material selbst sind. Sie verteilen sich auch durch Reibung, anfassen und Ausdünstungen in unserem Wohnraum, in der Luft und im Hausstaub.

Bedenklich ist, dass Plastikpartikel und die bei der Plastikherstellung verwendeten giftigen Chemikalien sich nicht nur in unserer Atemluft, sondern auch in unserem Trinkwasser und im Boden wiederfinden.

Sprich, ohne dass wir es eigentlich wollen, haben wir durch unser modernes Leben Plastik im Körper. Irgendwie eine ziemlich unangenehme Vorstellung, oder?

Natürlich gibt es zahlreiche schlaue Wissenschaftler, die dem Plastik längst auf den Leib rücken und untersuchen, was das langfristig mit uns anstellt. Und das, was sie herausgefunden haben ist jetzt ehrlich gesagt nicht so, dass man Luftsprünge macht…

Wie Plastik auf unsere Gesundheit wirkt

Unter den Dingen, die wir umgangssprachlich als Plastik sehen, gibt es eine Gruppe der hormonell wirksamen Substanzen, zu denen auch viele Weichmacher gehören. Das Gefährliche daran? Diese Stoffe ähneln den körpereigenen Hormonen und bringen das Hormonsystem unseres Körpers aus dem Gleichgewicht. Ups.

Bei Kindern kann das zu Hyperaktivität und ADHS führen. Asthma, Fettleibigkeit und eine frühe Pubertät können mögliche Folgen sein. Bei Erwachsenen werden die hormonellen Substanzen mit Brustkrebs, Prostatakrebs, Unfruchtbarkeit, Fettleibigkeit, Schilddrüsenerkrankungen, Allergien und Diabetes in Verbindung gebracht (siehe Plastikatlas 2019).

Also alles Krankheiten, die wir so aus unserem Alltag bzw. Freundes- und Bekanntenkreis kennen. Nun will ich nicht alles auf Plastik schieben. Schließlich gibt es auch noch das „böse Fett“, den „schlimmen Zucker“ und die „sportfaulen Couchpotatos“ 😉 Aber es ist zumindest wissenschaftlich belegt, dass Plastik unserer Gesundheit nicht unbedingt Gutes tut.

Plastik-Boom trotz Gesundheitsrisiken

Schlimm ist, dass – obwohl das Bewusstsein für die Umwelt-­ und Gesundheitsschäden durch Plastik wächst – es trotzdem immer noch einen Boom in der Plastikproduktion gibt.

Mal ganz davon abgesehen, dass uns aufwändige Marketingkampagnen vorgaukeln, dass ein Leben ohne Plastik nicht möglich sei – was es in vielen Fällen mittlerweile tatsächlich auch nicht mehr ist. Die Verantwortung für die Plastikkrise wird von den Plastikproduzenten auf die Verbraucher­innen und Verbraucher – also auf uns alle geschoben.

Weniger Plastik – mehr Gesundheit: Was du aktiv tun kannst

Auch wenn wir ein Leben ohne Plastik unmöglich leben können, weil wir zwangsweise immer wieder damit in Berührung kommen, kannst du aktiv etwas dafür tun, um zumindest bei dir zuhause die Plastikflut einzudämmen.

Zum Beispiel mindert ein Einkauf im Unverpackt-Laden viel unnötigen Müll – nicht nur Plastik. Ebenso kannst du auf Plastiktüten gut verzichten, indem du immer deine Stofftaschen mitnimmst. Getränke gibt es in nahezu allen Sorten in Glasflaschen, wenn du dich im Supermarkt mal bewusst umschaust und Alternativen akzeptierst.

Und auch viele Kosmetikprodukte kannst du durch verpackungsfreie Produkte, oder Glasverpackungen ersetzen. Außerdem kannst du auch viele Lebensmittel selbst herstellen, wie zum Beispiel Naturjoghurt.

Es sind die kleinen Dinge, die den großen Unterschied machen. Und ich finde, es ist besser, wenn 10.000 Menschen in vielen Bereichen Plastik reduzieren, als wenn nur 5 radikal aussortieren und alles richtig machen. Schließe dich doch uns – also der Dinkelmama-Familie – an und begleite uns bei jedem unserer Schritte in Richtung „nachhaltiges Familienleben“. Ich freue mich sehr, wenn du dabei bist!

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